2005 und 2015

Lustigerweise bin ich den Weg im Abstand von 10 Jahren gelaufen. 2005 war ich das erste mal auf dem Jakobsweg, 2015 haben wir eine Alternativstrecke über die Pyrenäen in Frankreich ausprobiert und hatten noch anschließend einige Tage auf dem Camino Aragonés.

Meine Lieblingsseite über diesen Weg

Mundicamino Camino Aragonés

Diese Strecke führt vom Somportpass nach Puente la Reina und verbindet die Via Tolosana mit dem Camino Francés.

26.08.2015 Rückflug nach Hamburg

Am 26.08.2015 fahren wir mit der U-Bahn zum Flughafen und warten wieder einmal - diesmal auf unseren Flug bis er aufgerufen wird und dann letztendlich abfliegt. In Hamburg angekommen, warten wir auf unsere Rucksäcke, Tina besteigt bald ihre S-Bahn, ich muss noch über eine Stunde am Hamburger Hauptbahnhof auf meinen Metronom warten, am Bahnhof herrscht Chaos, es gab einen Unfall und alles wirkt hektisch auf mich. Im Zug sitze ich dann eingequetscht an einem 4-er Tisch, meinen Rucksack unter den Knien und steige nach weiteren 1 1/2 Stunden erleichtert wieder aus um endlich in die Bremer Straßenbahn einsteigen zu können. Die Rückreise mit deutschen Zügen hat mir jedes Erholungsgefühl völlig geraubt und ich bin froh, wieder zu Hause zu sein.

25.08.2015 Toulouse Rückreise

 "Essen wie Gott in Frankreich!" Der Spruch passt wirklich. Und man muß noch nicht einmal dafür Kochen, ein kleiner Spaziergang über den Markt reicht völlig. Unsere Taschen füllten sich in kürzester Zeit mit Nektarinen, Pfirsichen, Weintrauben, frischen Feigen, Kaktusfrüchten und Himbeeren. Dazu ein frisches Baguette und das Abendessen ist fertig. Allerdings waren unsere Augen größer als der Magen. Bis kurz vor dem Abflug unseres Flugzeugs am 26. August haben wir noch davon gezehrt und sogar noch etwas mit nach Hause genommen. Die Lagerkapazität in der Herberge war unser größtes Problem.

25.08.2015 Toulouse Rückreise

Toulouse, la ville rosé, wie sie auch genannt wird überrascht mich, da sie mir als technisch orientierte Stadt geschildert wurde. Das mag vielleicht an Airbus liegen oder daß es sich um eine Universitätsstadt handelt. Hier leben etliche Studenten, die Stadt ist quirlig und lebendig und die zahlreichen roten Backsteingebäude geben dieser Stadt ein ganz anderes Gesicht als anderswo in Frankreich und erhält dadurch eine freundlich angenehme Ausstrahlung.


Die zahlreichen historischen Gebäude und kulturellen Veranstaltungen ziehen jede Menge Touristen an, die Universität und das angenehme Flair wirkt magisch auf Studenten. In unsere Herberge finden sich sowohl Studenten ein, die kein Zimmer bekommen haben als auch junge Leute, die ihre Wohnung an Touristen vermieten und so einen kleinen Nebenerwerb haben. Dadurch ist die Herberge, oder besser das Backpacker bis auf den letzten Platz ausgelastet, wir bekommen die letzten zwei Betten in einem 8-Bett-Zimmer auf 20 qm. Während unserer gesamten Tour auf dem Jakobsweg hatten wir mehr Platz für unsere Sachen, es war wieder eine logistische Glanzleistung, aus dem Hochbett die Brille sicher zu verstauen und am nächsten morgen heil wieder aus dem Bett zu kommen. Nachts auf Toilette gehen - Nee, das ist nicht drin!

25.08.2015 Toulouse Rückreise

Die Jakobusgeschichte ist hier in Toulouse allgegenwärtig, es finden sich alte und neue Hinweise auf den Jakobuskult. Nur die Ausschilderung für alle diejenigen, die auf der Via Tolosana oder Voie d'Arles unterwegs sind, würde mir Sorgen machen. Wir finden während unseres 2-tägigen Aufenthaltes nur zwei wirklich noch aktuelle gültige Wegweiser. Eine gute Wegbeschreibung ist also sinnvoll.
  

25.08.2015 Rückreise Toulouse


25.08.2015 Rückreise über Toulouse



25.08.2015 Toulouse Rückreise



25.08.2015 Toulouse Rückreise

Im noch lebendigen Kloster Ste Jacobins haben wir an einer Säule die Kirchenmaus entdeckt und sie sieht genauso aus, wie die bei uns im Dom. Ob das der gleiche Baumeister war? Der Rest des Gebäudes spricht allerdings eine andere Sprache.
Was dieses seltsame Tier gegenüberliegenden Ecke der Säule mit der Kirchenmaus darstellen soll, weiß ich allerdings nicht.

25.08.2015 Toulouse Rückreise


 
Wir machen uns auf die Suche nach einer gut geführten Bücherei, gerade über die französischen Jakobswege gibt es hier wahrscheinlich am ehesten gute Literatur, auch wenn sie nur auf französisch zu haben ist. Hier werden wir schnell fündig, es gibt ein Regal mit entsprechenden Reiseführern, Bildbänden und Reiseberichten, natürlich ist das auch der Topo-Guide über unseren Weg zu finden. Tina fällt ein Bildband in die Hände, in dem das Kloster San Juan de la Peña ausführlich beschrieben ist, außerdem entdeckt sie in dem Buch noch ein Foto von einem weiteren Kloster, welches sich unter einen Berg schmiegt, dieses soll irgendwo in der Bretagne an einem Jakobsweg sein. Also steht schon fast fest: nächstes Jahr geht es in die Bretagne.

Ich finde ein Buch über die "Stimme von Compostelle" mit über 1000 Seiten, und habe nun einiges zu tun, um das alles zu verstehen.

Künstlerisch hat Toulouse auf jeden Fall ein sehr hohes Niveau. Wir staunten nicht schlecht, als wir hoch oben über unseren Köpfen diese Fenster entdeckten, an deren Fensterlaibe Kirchengebäude dargestellt sind. Ob sie neueren oder älteren Datums sind, konnten wir leider nicht sehen.




 


24.08.2015 Rückreise über Pau


Am 24.ten steigen wir morgens wieder in den Zug und müssen in Pau abermals umsteigen. Wir nutzen die Wartezeit für eine kleine Stadtbesichtigung und sind wider Erwarten begeistert. Zuerst werden wir am Bahnhof von einem Klavierspieler begrüßt, anschließend fahre ich das erste mal im Leben mit einer Funiculaire.


Die kleine Drahtseilbahn, hat es mir angetan. Der Waggon kommt erst den Hang herunter, wenn die andere hochfährt. Wir werden freundlich von dem Zugführer begrüßt, er freut sich, daß wir so begeistert sind.

24.08.2015 Rückreise über Pau

 Oben vom Schloßpark kann man die Funiculaire nochmals wunderbar sehen.

Dieses Schloß der Könige von Navarra hätten wir gerne noch näher besichtigt, leider rennt uns die Zeit davon. Unser kurzer Aufenthalt reicht nur für eine Stipvisite und es ist soviel zu sehen, wir gönnen uns noch nicht einmal einen Kaffee, was für uns schon eine große Ausnahme ist.

24.08.2015 Rückreise über Pau

Diese Kleinstadt neben der Via Tolosana bzw. dem Voie d'Arles hatten wir nicht auf unserer Reiseroute, nur dem Umstand, daß wir hier umsteigen mußten haben wir diese kleine Stipvisite zu verdanken. In diesem Fall hat sich die Wartezeit mal wirklich gelohnt und hätte gerne länger sein dürfen. Allerdings haben wir nun auch von dem Sightseeing genug und freuen uns auf die Weiterfahrt nach Toulouse.

23.08.2015 Rückreise von Jaca nach Oloron mit Bus und Bahn


Etwas wehmütig nehmen wir Abschied vom Camino und die Zeit des Wartens beginnt. Zuerst warten wir in Jaca auf unseren Zug, der uns nach Canfranc-Estación bringt und wir durch das Zugfenster ein letztes mal die Berge ganz dicht am Fenster haben. Die abenteuerliche Strecke mit diesem Zug ist eine Reise für sich wert. Noch einmal blicken wir in die Bahnhofsruine, bevor wir uns nach dem Bus Richtung Oloron erkundigen.


Abermals warten wir über eine Stunde auf den Bus, der uns nach Oloron bringt und unterwegs die Jakobspilger aufsammelt, die ebenfalls die Tour für dieses Jahr beenden.

In Oloron hätten wir ohne weiteres in den nächsten Zug Richtung Pau steigen können, da wir aber genügend Zeit haben übernachten wir in Oloron und machen einen Abstecher zur dortigen Pilgerherberge.

23.08.2015 Rückreise bis Oloron

Wir haben 2013 Antoine in Kamminke auf dem pommerschen Jakobsweg und somit direkt auf der deutsch-polnischen Grenze getroffen, als diese Strecke von Lithauen bis Kamminke eingeweiht wurde. Er erzählte uns von seinen Ausschilderungen in Frankreich und ich fragte nach der Verbindung von Lourdes zum Somportpass. Er schlug mir dann vor, den neuen Weg über den Col des Moines oder Col du Peyrelue zu gehen, es gäbe dort genügend Unterkünfte - nein, ein Zelt bräuchte ich nicht.

Im Grunde gebe ich ihm Recht, das Zelt haben wir nur auf dem GR10 gebraucht und der Weg ist ja kein Jakobsweg, jedoch nehme ich ab jetzt immer mein Zelt mit. Die Freiheit ist einfach größer und wir konnten so die Tagesetappe halbieren und die Unterkunft vom GR mit nutzen.

Hier an dieser Stelle in Oloron treffen sich die beiden Wege Voie d'Arles GR653 und Voie du Piémont GR78. Allerdings geht der GR78 weiter nach Saint-Jean-Pied-du-Port.

23.08.2015 Oloron Rückreise



In Oloron ist der Jakobsweg allgegenwärtig. Wir stoßen nicht nur auf den Weg aus Arles, auch die Pilgerfreunde sind hier zahlreich.

23.08.2015 Oloron Rückreise

Völlig unerwartet werden wir dort freudestrahlend erwartet, denn wir sind nicht angemeldet. Wir sind die 997 und 998. Pilger in dieser Herberge, die Zahl Tausend soll gebührend gefeiert werden und so genießen wir einen "echten" Camino-Tag, obwohl wir gar nicht mehr auf der "Piste" sind. Es kommt eben immer anders als man denkt!


Auf jeden Fall bekommt der Verein von mir ein Bilderbuch als Dankeschön für diesen wunderschönen Weg, die Ausschilderung und die großartige Fürsorge, eine Kombination, die es nur auf Jakobswegen gibt.


23.08.2015 Oloron Rückreise

Oloron ist aus zwei Dörfern entstanden, auf der einen Seite des Flusses Ste-Croix, auf der anderen Ste-Mairie. Hier haben wir die Kirche Ste-Croix, die aus dem 11. JH. stammt und muslimischen Einschlag hat (gleiche Quelle wie Ste-Mairie).

23.08.2015 Oloron Ste-Croix Rückreise

Tina ist begeistert, als sie in der Kirche Ste-Croix diese kugelförmigen Abbildungen an einer Säule entdeckt, was heute nur noch selten zu finden ist.